Nachdem im letzten Blockbeitrag zu Grafana allgemeine Informationen zum Erstellen von Dashbaords und Panels beleuchtet wurden, möchte ich diesmal auf die Feinjustierung unseres Dashboards eingehen:

In unserem Projekt dient Grafana in erster Linie der Virtualisierung der Fahrdaten nach einer Autofahrt. Um die empfangenen Daten auch in eine sinnvolle Anzeige zu bringen, müssen einige Kleinigkeiten angepasst werden. Dafür musste zuerst ausfindig gemacht werden, welcher Beschleunigungswert, zu welcher Richtung im Auto gehört. Bei immer gleichbleibender Ausrichtung der Sensors ergab sich bei uns folgende Zuteilung:

  • Vor/Zurück – Beschleunigung = Y-Beschleunigung
  • Links/Rechts – Beschleunigung = Z-Beschleunigung
  • Auf/Ab – Beschleunigung = X-Beschleunigung

Um einen ersten Überblick über die Daten zu bekommen wurde für jede Beschleunigungs-Achse ein Graph mit passender Skalierung gewählt:

Da man mit diesen Informationen allerdings wenig Schlüsse zur Qualität der Fahrweise ziehen kann, sollten noch einige weitere Auswertungen erfolgen. Dafür wollten wir die Beschleunigungsachsen jeweils in zwei Hälften teilen:

  • Y-Beschleunigung in Beschleunigen und Bremsen
  • Z-Beschleunigung in Linkskurven und Rechtskurven
  • X-Beschleunigung in Hügel und Senken

Dafür wurde mit entsprechenden SQL-Befehlen gearbeitet. Zuerst wurde (wie im roten Kasten ersichtlich) nach der device_id gefiltert, um nur die Daten von dem Gerät zu erhalten, dessen Messwerte man analysieren möchte. In dem obigen Beispiel geht es um die Y-Beschleunigung.

  • Um die Bremsvorgänge zu bündeln, werden wie im gelben Kasten links ersichtlich nur Werte unter 0 beachtet (negative Beschleunigung).
  • Um die Beschleunigungsvorgänge zu bündeln, werden wie im gelben Kasten rechts zu sehen nur Werte über 0 beachtet (positive Beschleunigung).

Für beide „Datenbündel“ wurde anschließend der Mittelwert bestimmt und in einem Gauge zur Anzeige gebracht – siehe Bild unten:

Dabei lassen sich im Reiter „Field“ im Unterpunkt „Thresholds“ Schwellwerte für die Farbgebung definieren (siehe Bild unten). In diesem Fall sollen erstmal alle Werte grün dargestellt werden (Base). Ab einem Wert von 0,3 soll die Farbgebung orange und ab 0,5 rot sein. In dem Gauge steht mittig unten dann der durchschnittliche Wert in der entsprechenden Farbe. In dem Halbkreis darüber ist dann der prozentuale Anteil an grünen/orangenen/roten Werten dargestellt. So bekommt man einen guten und sinnvollen Überblick über die Beschleunigungswerte.

Diese Darstellung wurde analog für die anderen fünf gewählten Datenbündel angelegt, sodass sich mit den anfangs erläuterten Graphen folgendes Dashboard als finale Datenvisualisierung für unser Projekt ergibt:

Anhand dieses Dashboards lassen sich im Rahmen unseren Projekts schon recht gut Schlüsse über die Fahrweise des Clienten ziehen. Allerdings bleibt dem Anwender von Grafana immer noch relativ viel Interpretationsspielraum, was bei Markteinführung des Produkts unserer Meinung nicht sein dürfte.

Über mögliche Verbesserungen und Zukunftsaussichten zu diesem Thema möchten wir euch in einem weiteren Blockbeitrag noch etwas berichten.

Grafana – Feinjustierung und finales Dashboard
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